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31.5.12

31.05.2012 Buch ausgelesen

Buch zu Ende gelesen von Paulo Coelho : Auf dem Jakobusweg. Sehr zu empfehlen !

Rezension: 

Wer sich von der Lektüre von Paulo Coelhos "Auf dem Jakobsweg" einen ähnlich locker-leicht geschriebenen Erlebnisbericht einer Pilgerwanderung mit Selbsterkenntnis erwartet, wie ihn Hape Kerkeling mit "Ich bin dann mal weg" vorgelegt hat, der sei gewarnt! Trotz des Untertitels "Tagebuch einer Pilgerreise nach Santiago de Compostela" erwartet den Leser in Coelhos Buch eher ein märchenhaft-mystisch-religiös gezeichneter Entwicklungsroman - allerdings durchaus aus der Perspektive des Ich-Erzählers.
Doch von Anfang an: Coelho, der - das war mir z.B. vollkommen neu - einige Jahre in einer Bruderschaft namens R.A.M. verbracht hat, wird die "Meisterweihe" verwehrt, er muss sich daraufhin auf den Jakobsweg begeben, um "sein Schwert" zu suchen. Beigestellt wird ihm ein Führer seines Ordens, "Petrus" genannt, der ihm dabei helfen soll, seinen Weg zu finden. Dabei gilt es, Exerzitien zu absolvieren und Prüfungen zu bestehen. Die Anleitungen für die Übungen sind für den Leser übersichtlich gesondert aufgeführt.
Übersinnliche Erfahrungen
Durch die Aufgaben, denen sich Coelho stellen muss, gelingt es ihm, einige übersinnliche Erfahrungen zu machen. Er schafft es, mit seinem inneren Dämon zu kommunizieren und stellt sich dem Kampf mit einer in einem schwarzen Hund verborgenen Legion von Dämonen. Es gelingt ihm aber nicht gleich, das Schwert, das er eigentlich sucht, zu finden. Erst kurz vor Schluss - "Petrus" hat sich schon verabschiedet, ein Initiationsritus musste ohne die Übergabe des Schwertes stattfinden - kommt ihm die Eingebung und er findet sein Schwert.
Denkt man die Geschichte als wahre Begebenheit, etwa das Erscheinen von Engeln und Dämonen oder übersinnliche Phänomene, ist man als kritisch gegenüber Religion und Magie eingestellter Leser schnell geneigt, das Buch als "Quatsch" zur Seite zu legen. Nimmt man sich aber die entscheidenden Grunderfahrungen heraus, die Suche nach sich selbst, das Überwinden von Angst, das Verfolgen von Zielen, dann ist das Buch für jeden ein Gewinn. Denn, dass an Coelho vom schriftstellerischen Handwerk her, kaum etwas auszusetzen ist, ist ohnehin klar.